Bericht MPS Bückeburg 2018

07. – 15.Juli 2018

 

Zu Gast beim Stadtstaat Basel

MPS Bückeburg 1

Am Freitag dem 06.07.2018 werden um 01:00 Uhr Morgens die letzten Gepäckstücke ins Auto geladen und los geht die Reise in ca. 700km entfernte Landkreis Schaumburg ins schöne Bückeburg bei Minden. Dort findet das MPS an zwei Wochenenden hintereinander auf dem gleichen Gelände statt. Nachdem wir gegen 09:00 Uhr angekommen sind, wird uns ungefähr anderthalb Stunden später ein Platz zugewiesen (Wobei sich der Stadthalter den eher selbst zuweist) und wir bauen unser Heerlager zwischen Equinox und dem Wolfspack auf. Das Wochenende verspricht gutes Wetter und so starten wir am Samstag, wie alleweil nach der unterhaltsamen Morgenmesse und Markteröffnung mit einem, von der Küchenchefin, vorzüglich zubereiteten Frühstück in den Tag. Insbesondere junge Männer, die sich von ihrer Junggesellenzeit verabschieden scheinen Freude an unserem Pranger gefunden zu haben und wir werden ein paar Münzen reicher. Beim Bruchenballturnier tritt Kevin als Söldner an und erkämpft sich an der Seite und unter der Flagge von Havok den Sieg. Er kommt mit Informationen wieder, die von der Bruchenballmannschaft des Stadtstaats in zukünftigen Kämpfen verwendet werden können. Nach der Suppe und den Fleischpasteten gehen wir zu viert (Mike, Pinki, Stephan und ich) ans Abendkonzert von Versengold. Wir geniessen die Abendsonne und beim grossen Nachtkonzert von Knasterbart ist dann auch Kevin mit von der Partie.

Auch am Sonntag haben wir klaren Himmel und Sonnenschein. Nach der Morgenmesse erhalten wir die traurige Nachricht, dass in der Nacht ein Mitglied eines Heerlagers verstorben ist. Der Heerlagerumzug wird als Ehrerweisung genutzt und schwarze Tücher zieren die Banner der Gruppierungen. Da der Stadtstaat aber lieber das Leben feiert solange es möglich ist, lassen wir uns vom grauen Stimmungsnebel nicht die Laune verbieten und feiern nach dem Umzug, wie gehabt ins Ende des ersten Bückeburger Wochenendes. Beim Bruchenball treten am Nachmittag sowohl Mike, als auch Kevin wieder als Söldner unter der Flagge von Havok an. Fürs nächste Wochenende werden bereits Pläne geschmiedet und Stephan beschliesst sich den Spielenden anzuschliessen. Zu den Klängen der Pulveraffen und mit bunten Getränken wird der Abend und die lange Nacht angebrochen, bevor wir erschöpft in unsere Urlaubswoche starten.

Die Woche

Die Woche beginnt mit einem entspannten Montag, an dem sich die bleibenden Heerlager treffen, um mögliche gemeinsame Aktivitäten vorzustellen und zu planen. Wir nutzen den Nachmittag um Einkäufe für die nächsten Tage zu tätigen. Es wird Material für neue Waffengriffe für die Hellebarde gekauft, eine kleine Truhe für die Einnahmen durch den Pranger und Holzstangen für die Standarten. Wir spielen Würfel – und Kartenspiele und geniessen den sonnigen Abend und die laue Nacht ganz faul im eigenen Lager.

Der Dienstag wird zum Ausschlafen genutzt und am Nachmittag geht Kevin zum Bruchenballtraining, welches von Havok veranstaltet wird. Nach einer kurzen Weile kommt der erste heftige Regenschauer und wir erkennen schnell, dass unser Lager bald unter Wasser steht, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Rasch kümmern wir uns mit dem Klappspaten und den ausgeliehenen Werkzeugen unserer Nachbarn Equinox darum, dass wir einen Graben durch unser Lager ziehen, um es vor dem Ertrinken zu beschützen. Von allen Seiten wird uns Hilfe angeboten und besonders in dieser Situation ist der Zusammenhalt der Heerlager-Familien erneut deutlich zu spüren. Unsere Nachbarn gehen einkaufen und bringen uns eine alte Holzpalette mit, die wir die nächsten Tage als Brücke über den matschigen Graben verwenden. Immer wieder regnet es in Strömen und wir bessern den ausgehobenen Rhein nach. Total verdreckt, aber zufrieden mit unserem Werk lassen wir den Abend bei einer gemütlichen Spiele- und Trinkrunde ausklingen.

Am Mittwoch gönnen wir uns einen Tag Auszeit und fahren, nachdem wir am Morgen erneut den Graben ausgebessert haben (es regnet nämlich noch immer in Strömen) in die Bali-Therme. Mit gutem Gewissen können wir ausspannen, da unsere Nachbarn Equinox angeboten haben auf unser Lager zu achten und es im Notfall vor dem Ertrinken zu bewahren. Nach dem entspannenden Besuch der Therme fahren wir zum Lager zurück und stellen mit Freude fest, dass noch alles steht. Wir machen uns zusmamen auf den Weg ins kleine Bückeburg und finden ein Wirtshaus, in welchem wir vorzüglich Essen. Stephan und Pinki erklären der Bedienung an der Bar mit welchen Zutaten man verschiedenste leckere Cocktails mixen kann und wir trinken Dementsprechendes. Etwas lauter als erlaubt und angesäuselt lassen wir es uns nicht nehmen zurück im Lager noch weiter zu feiern und geniessen, bevor wir uns in unser Zelt verziehen.

Der nächste Morgen ist trocken, es drückt die Sonne durch die Wolken und nur noch kurz zieht ein kleiner Schauer vorbei. Wir trocknen unsere Badetücher und nutzen den Nachmittag, um uns auf der sonnigen MPS-Wiese zu entspannen, während wir unsere elektronischen Geräte an der Tortuga-Bar mit Strom versorgen lassen. Am späteren Nachmittag kümmern wir uns um den Umbau der Hellebarden und wir werden bei unserer Arbeit von einem Kameramann aufgenommen, der für ein Projekt über die Menschen in und um Bückeburg, Eindrücke auf dem MPS Gelände sammelt. Am Abend kochen wir Fondue für die beiden benachbarten Heerlager und es findet grossen Anklang. Die deutschen Fondue-Jungfrauen sind begeistert, aber selbst unsere Fondue-Experten bezeichnen den geschmolzenen Käse als «das beste Fondue, welches sie je gegessen haben».

Am Freitag stellen wir fest, wie rasch die Woche doch vorbeigegangen ist und wir machen uns am Nachmittag zu dritt (Pinki, Stephan und ich) auf den Weg zum Bückeburger Schloss. Wir erhalten eine unerwartete private Führung und sind beeindruckt vom wunderschönen Bauwerk, welche sich noch immer in Privatbesitz befindet. Kevin und Mike sind währenddessen im Bruchenball-Training, im Zuber und anschliessend nimmt Mike am Nagel-Cup teil (Kevin ist verschollen), welcher gut besucht ist und mit ca. 120 Teilnehmern ein grosser Event ist. Sogar das fette Fass öffnet dafür seine Zapfhähne und hat normalen Barbetrieb. Am Abend sind wir bei Julia, der Heerlagerverantwortlichen, die bei den Unicorns lagert zum Rippchen Essen eingeladen. Der Tag ist warm und später verlaufen sich wieder alle Basler in verschiedene Richtungen, um ganz nach ihrem Geschmack die einbrechende Nacht zu verbringen.

MPS Bückeburg 2

Das zweite Wochenende startet mit blendendem Wetter, nachdem wir in der Woche von sintflutartigem Regen dazu genötigt wurden ein Flussbett für den Rhein in unser Lager zu graben. Voller Vorfreude starten wir in die letzten Tage unseres langen Heerlager-Abenteuers. Nach der Markteröffnung gibt es Frühstück und es werden dabei eifrig Bruchenballstrategien diskutiert. Der Nachmittag ist warm und ruhig, nachdem Mike, Stephan und Kevin (unterstützt von einem Söldner) für den Stadtstaat beim Bruchenballturnier den dritten Platz erkämpft haben. Unsere Nachbarn aus dem Zeltlager von Equinox haben sich als waffenkundige Gesellen herausgestellt, die unserem Stadthalter im Verlauf des späteren Nachmittags geduldig erste Griffe und Kniffe an der Hellebarde und dem Rapier zeigen. Zum Abendessen gibt es leckeres Rindsragout mit Gemüse und dazu Spätzle. Auch hier übertrifft sich die Küchenchefin mal wieder selbst. Die Nachbarn kommen sogar zum Naschen vorbei. Nach dem Abendessen gehen wir, diesesmal zu fünft, ans Abendkonzert von Versengold, nach dem Konzert verteilt sich der Stadtstaat auf dem Gelände. Pinki und ich haben, nachdem wir uns einen Teil des Pestumzugs angesehen haben, einen gemütlichen Abend beim gemeinsamen Würfelspiel mit den Nachbarn im Lager, die Jungs sind anderweitig unterwegs.

Der nächste Morgen verspricht einen sehr warmen letzten Veranstaltungstag. Die Morgenmesse und Markteröffnung in der prallen Sonne lässt für den Heerlagerumzug nichts Angenehmes ahnen, dennoch treten wir (wie immer) vollständig an, was unser Stadthalter der Heerlagerverantwortlichen beim Apell auch stolz verkündet. Vor dem Umzug üben Pinki und ich auf unseren Piccolos, während Stephan, Kevin und Mike den Stadtstaat Basel fürs Bruchenballturnier anmelden. Beim Heerlagerumzug begleite ich den Stadtstaat auf dem Piccolo und die beinahe durchwegs positive Resonanz lässt Stephan, den Stadthalter, mit stolz geschwellter Brust im Umzug daher schreiten. Direkt danach sind aber jeglicher Stolz und Adel vergessen und es wird sich gemeinsam im Dreck gewälzt. Der Stadtstaat holt sich nach zwei anstrengenden Spielen, in der peinigenden Sonne, den zweiten Platz. Zufrieden und mit Plänen für die nächsten Spiele lassen die Bruchenballer ihren Nachmittag ausklingen und holen sich etwas Erholung für den gemeinsamen Abbau am Abend. Zudem erfahren wir die spannende Tatsache, dass es sich bei Ponys um kleine Pferde handelt, die noch nicht ausgewachsen sind. Diese Information haben wir wohl dem stetigen Alkoholkonsum, kombiniert mit Müdigkeit und der Sonne zu verdanken. Leider geht jede schöne Zeit einmal ihrem Ende zu und als wir uns verhältnismässig früh zurückziehen, sinken wir alle müde und zufrieden ein letztes Mal in Bückeburg im Jahr 2018 auf unsere Schlafstellen in unserem Ritterzelt.

 

Klar für uns ist, dass der Stadtstaat Basel gerne im Jahr 2019 wieder in Bückeburg für eine Woche die Zelte aufschlagen würde. Die Zeit war wunderschön und hat bleibende Erinnerungen geschaffen.

Ich danke dem Stadtstaat für die wunderbaren Erlebnisse und Eindrücke, die nur entstehen können, wenn gemeinschaftlich mit so viel Leidenschaft und Einsatz eine verrückte und vielleicht banal erscheinende Freizeitbeschäftigung zu einem solch hochwertigen und prägenden Lebensereignis gemacht wird.

Auf ein nächstes Mal, eure Nici


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